Geschichte und Naturfreunde

Bei der Versammlung des Landesverbandes Baden im Jahr 1927 wurde der Beschluß gefasst, einen Bauplatz für ein Naturfreundehaus am Bodensee zu suchen. Doch Plätze mit Badegelegenheit am See waren rar. Dazu kam, dass die Landesleitung auch die Verkehrslage für Feriengäste berücksichtigen musste. Da kam das Angebot der Gemeinde Markelfingen: 20.000 m² Boden, 400 m Badestrand mit einem kleinen Haus. Nach einer Besichtigung wurde der Kauf für RM 30.000.- vollzogen.
Am 25./26. April 1928 erfolgte die offizielle Einweihungsfeier. Wegen starker Nachfrage wurde das Haus bereits 1929 um einen Anbau erweitert. Kleine Zimmer mit 2 bis 4 Betten wurden eingerichtet. Etwas später wurde eine angrenzende Wiese mit rund 1.500 m² erworben, um einen Zelt- und einen Spielplatz einzurichten.
1933 wurden die Naturfreunde durch die Nazis aufgelöst und damit begann eine lange, dunkle Zeit für die Organisation, für alle Naturfreundehäuser und die ganze Bevölkerung.
Im Jahr 1945 konnten die Naturfreunde das Haus und das Gelände wieder in Besitz nehmen.
1967 wurde das Bootshaus neu gebaut. Darin entstand Platz für über 100 Boote und 84 Schlafplätze.
1987 wurde die Terrasse im Haupthaus unterkellert, um zusätzliche Aufenthaltsräume zu schaffen.
Durch verschiedene Zukäufe im Laufe der Jahre hat sich das Gelände der Naturfreunde in Markelfingen auf etwa 40.000 m² vergrößert.
1995 war das Bootshaus in einem derart schlechten Zustand, dass ein „Rundumschlag" unabdingbar wurde.
Pläne wurden erstellt, wobei darauf geachtet wurde, das familien- und gruppengerechte Wohneinheiten entstehen mit hohem Komfort, trotzdem bezahlbar. Dies in einer wunderschönen Lage, direkt am Bodenseeufer.
1997 wurde das Bootshaus, so wie es heute dasteht, fertig gestellt.
2004: Wir sind in der Planung, auch das Haupthaus einer Grundsanierung zu unterziehen. Wenn alles klappt wie vorgesehen, beginnen wir im Herbst 2005.
Das Haupthaus wurde 2008 grundsaniert und modernisiert!
Hauswarte im Naturfreundehaus Bodensee
Hauswart, Heimleiter, Hausvater; es gibt einige Titel, die dem Verantwortlichen dieses Hauses bereits gegeben wurden. Wir sind der Meinung, der Begriff „Gastgeber" umschreibt diese Tätigkeit heute am besten.
Hier sind die bisherigen aufgelistet:
1928-1930 Fam. Daute Ernst und Gattin
1930-1933 Fam. Richter Kurt und Anne
1946-1947 Fam. Richter Kurt und Anne
1947-1957 Fam. Martin Fritz und Lina
1957-1977 Fam. Elgaß Konrad und Martha
1977-1980 Fam. Merz Jürgen und Marie Louise
1980-1988 Fam. Himburg Horst und Gabriele
1988-1994 Fam. Graber Wolfgang und Marlene
1994-1998 Fam. Palatzke Oliver und Frederike
1998-2008 Fam. Moser Christian und Christa
ab 2009 Hr. Christian Sprießler
Geschichte der Naturfreunde
„Raus aus den engen und stickigen Wohnungen und den Fabriken, hinein in die Natur!" Dies war das Ziel der ersten Naturfreunde, die sich 1895 in Wien trafen. Nach einem Inserat der Lehrers Georg Schmiedl in der Arbeiterzeitung machten sie ihren ersten Ausflug. Schnell wuchs die Zahl derer, die mitgingen und in Konkurrenz zu bürgerlichen Vereinen, wurden Wander-, Sing- und Schachgruppen gegründet. Bald entstand der Wunsch und die Notwendigkeit, eigene Hütten zu besitzen, denn für Arbeiter war der Zugang auf die bürgerlichen Hütten des Alpenvereins nicht erlaubt.
1907 war es dann soweit: Auf dem Padasterjoch wurde das 1. Naturfreundehaus eröffnet. Wie viele Häuser danach war es selbst gebaut und finanziert durch kleinste „Bausteine". Das Baumaterial wurde zum Teil im wahrsten Sinne des Wortes „scheibchenweise" nach oben gebracht, nämlich in den Rucksäcken der Helfer! Arbeiter auf der Walz trugen den Gedanken der Naturfreunde durch ganz Europa. Schon 1905 wurde die erste deutsche Ortsgruppe in München gegründet. Das erste Naturfreundehaus in Deutschland wurde 1911 in Maschen eingeweiht.



